Erfahrungen mit QUITTPAD® - Kirsten Fleiser

Meine Erfahrungen mit dem Quittpad

Immer auf der Suche nach Innovationen für eine bessere Pferdewelt wurde mir von einer Pferdphysiotherapeutin das Quittpad® empfohlen. Konnte die Lieferung des flachen Paketes aus geriffeltem schwarzem Karton à la Hollywood kaum erwarten. Darin befand sich eine tragbare Schutzhülle mit entsprechendem Logo als Hinweis auf den Inhalt. Und nachdem ich den Produktpass inspiziert hatte, flugs den Reißverschluß geöffnet und - Voilà! Sonderedition des Quittpads mit schwarzer Oberfläche mit Poren und einer flauschigen weißen Unterseite. Schöne Steppung in schwerer Qualität, durch die ich spontan durchgepustet habe. Das Pad ist richtig dick und lässt sich punktuell zusammen drücken - mit der flachen Hand ist das schon fast unmöglich. Die universelle Version in der Ausführung KOMFORT ist für eine Vielzahl von Sätteln verwendbar.

Also ab damit in die Reisetasche und auf nach Mallorca, wo die klimatischen Bedingungen für den Praxistest um einiges härter sind als in Deutschland. Auf der Insel wurde das Quittpad® sowohl probegeritten als auch von Reitsportprofis begutachet, u.a. bei dem von mir organisierten Reiterstammtisch und in zwei Fachgeschäften für Reitsportbedarf.

Als erstes ging es zu meiner eigenen Reitstunde bei der hervorragenden Dressur-Ausbilderin www.conny-niedenthal.de, die mich liebenswürdigerweise bei der Probe aufs Exempel unterstützt hat. Wir nahmen dafür den schicken PRE-Hengst Jaranero an die Longe. Sein Sattel passt gut und es wird fast schon ein wenig knapp, um das voluminöse Quittpad® noch darunter zu bekommen. Auch ohne alle Fixiermöglichkeiten genutzt zu haben, bleibt das Pad trotz rundem Rücken an seinem Platz und deckt die Passform des Sattels gut ab.

Als ich dann Platz nehmen darf, war es spontan sehr bequem und mit Verbindung zum Pferd, wenn auch ein wenig erhöht. Das Pferd hat die Tendenz, den Sattel nach rechts zu setzen. Dies wurde korrigiert bevor Conny selbst sich einen Eindruck vom Quittpad verschafft. Sie bestätigt die visuelle Einschätzung, dass für die Dressurarbeit mit punktueller Einwirkung ohne zeitliche Verzögerung eine dünnere Variante von Vorteil wäre für die korrekte punktgenaue Hilfengebung.

In der vorliegenden Variante ist das Pad hervorragend geeignet, um einen Sattel, der etwas zu groß ist, zu unterpolstern, weil die Dicke auch bei Gewicht im Sattel erhalten bleibt. Genauso empfehlenswert ist der Einsatz des Pad in den Disziplinen Wanderreiten, Distanzsport oder beim Springen, um Gewicht und Druck optimal zu verteilen. Auch für das Reiten ohne Sattel, das Voltigieren und den Einsatz in der Reittherapie ist das Quittpad angezeigt, um zu vermeiden, dass die Sitzbeinhöcker des Menschen ungehindert in die Muskulatur drücken und eine punktuelle Belastung verursachen. Gleichzeitig kann der Rücken unter dem Pad ganz wunderbar frei arbeiten.

Das Schweißbild auf dem Rücken und auch der Abdruck auf der Innenseite des Quittpad haben gezeigt, dass die Dornfortsätze respektive der Wirbelkanal völlig frei sind und auch durch diese entstandene "Röhre" Luft zirkuliert. Auch Schulter und Trapezius konnten frei arbeiten. Selbst trotz entsprechender Sonne und Außentemperatur war unter dem Sattel vergleichsweise nicht mehr Schweiß als auf der Brust. Dadurch, dass der Sattel vorne etwas angehoben wurde, war die Auflagefläche hinten im Nierenbereich etwas größer ohne allerdings einzudrücken. Auch die unbewegliche Lendenwirbelsäule wurde nicht beeinträchtigt. Das Material selbst fühlte sich quasi trocken an.

Auf einem Hof für Reittherapie www.espigaequitacio.com wurden mir diese Erfahrungen durch eine befreundete Privatreiterin eines Cruzados mit maßangefertigtem Iberosattel bestätigt. Der "Popometer" meldete bequem und dass das Pferd freier in seinen Bewegungen sei. Hier war trotz mediterranem Klima so gut wie gar kein Schweiß nach einer kompletten Einheit gerittener Dual-Aktivierung auf dem Pferdekörper erkennbar - was sehr ungewöhnlich ist, da diese Art des Trainings alle Muskeln, besonders die Tiefenmuskulatur, anspricht und aufgrund der ständigen Richtungswechsel ein Ausbalancieren erforderlich ist. Auch hier unterstützt also das Pad Pferd und Reiter.

Das Quittpad wurde auch im Reitsport-Fachhandel begeistert aufgenommen, obwohl dort andere Sattelunterlagen mit einer Unterseite aus Sympa-Nova verkauft werden. Da diese allerdings mit normalem und nicht mal mit viskoelastischem Schaumstoff gepolstert waren, konnten die Belüftung und die Stabilität bei Druck überzeugen.

Mein Fazit: auch ohne Strupfen verfügt das Quittpad über eine gute Passform, so dass man beispielsweise die Klettbänder nutzen kann, um während des Longierens die Zügel zu fixieren. Es ist absolut atmungsaktiv und verteilt den Druck gleichmäßig und rückenschonend. Die röhrenförmige Struktur des Abstandsgewirkes erinnert an die Luftkanäle der Hohlhaare von Rentierfell und verfügt dadurch über eine Art Schröpf-Funktion.

Somit kommt es zu einer gewebestimulierenden Massage der Sattellage während des Reitens. Die Freiheit von Schulter und Trapezius, für die andere Sattelunterlagen beispielsweise eine Aussparung haben, ist beim Quittpad ebenfalls gegeben, so dass alle Voraussetzungen für ein Schwingen des Rückens, der Losgelassenheit und für den Muskelaufbau erfüllt sind.

Kirsten Fleiser ist zertifizierte Trainerin für Dual-Aktivierung®, Equikinetic®, Equiplace® und Mitglied Internationaler Therapeutenverband Akupunkt-Massage nach Penzel (Sparte Pferd).

Kirsten Fleiser, Zertifizierte Trainerin für Dual-Aktivierung®, Equikinetic®, Equiplace®

www.caballance.de

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